Praxis freiRaum von Katja Dikushina mit Leuchtturm und Licht

Spiritualität in der Partnerschaft

 

Inhaltsverzeichnis

 

Einige Menschen wollen ihre Partnerschaft nicht nur auf emotionaler und körperlicher Ebene leben, sondern auch die Spiritualität mit dem Partner teilen. Es ist eine alte Sehnsucht, für die es in dieser Welt keinen Platz zu geben scheint. Also, was tun? 

Unsere Partnerschaften laufen auf verschiedenen Ebenen ab

Eine Partnerschaft lebt man auf verschiedenen Ebenen. Die erste Ebene, auf der eine Bindung eingegangen wird, ist meist emotionaler Natur. Schmetterlinge im Bauch und ein wohliges Gefühl von Verliebtheit machen sich breit: Man will die ganze Zeit zusammen verbringen und das möglichst genussvoll. Hat man einen Partner fürs Leben, oder zumindest für einen Lebensabschnitt, gefunden, so entwickeln sich Bindungen auf weiteren Ebenen. Durch das enge Zusammenleben werden sich die Partner ähnlicher, es kommt aber auch zu Konflikten, die eine Chance darstellen, sich und die Partnerschaft weiterzuentwickeln. Auch auf anderen Ebenen ist viel los, besonders wenn eine Ehe besteht oder Kinder dazukommen: Haushalt, Finanzen, Kindererziehung, berufliche Entwicklung usw. usf. Häufig bleibt aber die Sehnsucht, den Partner auf einer noch tieferen Ebene kennenzulernen, sei es durch tiefgründige Gespräche oder durch Sex mit spiritueller Erfahrung.

Die Sehnsucht der Frauen und die "verbotene" Sensitivität der Männer

Besonders Frauen halten Ausschau nach einem Partner, der für sie nicht nur auf der Alltagsebene erreichbar ist. Häufig machen sie enttäuschende Erfahrungen, scheinen die von ihnen gewählten Männer für die tiefere Ebene unempfänglich zu sein. Das hat verschiedene Gründe. Es kann schon sein, dass Frauen von Natur aus empfindsamer sind. Sie können Kinder bekommen, sie haben einen monatlichen Zyklus. Männer können aber auch genauso sensibel und empfänglich für Schwingungen sein (und manchmal wissen sie es nicht einmal, dass sie es sind). Die gesellschaftlichen Rollenbilder lassen Frauen mehr Spielraum zu. Die berühmte "Irrationalität" (die übrigens gar nicht irrational ist, sondern dadurch zustande kommt, dass es für Wahrnehmungen auf bestimmten Ebenen keine Worte gibt) wird eher Frauen als Männern zugestanden. Die Rollenbilder für Männer bleiben weiterhin enger gefasst, auch wenn in den letzten Jahren wieder etwas mehr Spielraum dazugekommen ist. Eine echte Emanzipation ist dennoch bislang ausgeblieben. Und natürlich spielen die individuellen Prägungen eine Rolle: Welche Erfahrungen hat ein sensibler Junge in seiner Herkunftsfamilie gemacht? Wurde seine Sensibilität überhaupt bemerkt? Hat man sich darüber lustig gemacht und sie mit Gewalt (dazu gehört auch Liebesentzug / Schweigen) unterdrückt?

Und die Konsequenzen?

Nun scheinen Frauen bereiter als Männer zu sein – Ausnahmen gibt es natürlich auch hier –, die spirituelle Ebene zu erforschen, was sie vor ein Problem stellt, einen geeigneten Partner zu finden bzw. diese Ebene mit dem bereits vorhandenen Partner zu erschließen. Die Sehnsucht bleibt, die Lösung ist nicht in Sicht. Manchmal taucht auf einmal ein Mann auf, der zu versprechen scheint, diese Ebene zu bedienen. Was passiert dann? Eine Affäre? Eine neue Beziehung? Eine Auseinandersetzung mit dem, was man sich eigentlich wünscht und was diese Sehnsucht überhaupt ist? Eine Paartherapie, in der das Paar die Chance bekommt, diese Ebene zusammen zu erschließen? Und was, wenn der Partner nicht bereit ist? Schließlich hat jeder Mensch sein Tempo und seine Abfolge von Entwicklungsschritten. Druck und Zerren bringen da nichts, bewirken eher das Gegenteil. Folgt dann die Trennung? Dann lieber allein sein? Und was ist mit dem Erleben der Körperlichkeit und Nähe? Wie hängen sie mit der Spiritualität zusammen? Fragen über Fragen, für die sich gar nicht so leicht Antworten finden... 

Hinweis: Workshop

Im freiRaum wird ein Wochenend-Workshop zum Thema Spiritualität in der Partnerschaft stattfinden. Ich lade Sie ein, zusammen mit mir und anderen Interessenten all diesen Fragen nachzugehen.

 

Fragen zum Nachforschen und Ergründen

  • Kenne ich diese Sehnsucht, die Beziehung (die vorhandene oder eine künftige) auf einer tieferen Ebene zu erleben und zu leben?
    Habe ich mit meinem Partner darüber gesprochen? Was sagt er / sie dazu? Versteht er / sie überhaupt, was ich meine?

  • Gibt es überhaupt Worte, mit denen ich mich diesbezüglich ausdrücken kann? Habe ich es bereits geschafft, die Botschaft an den Mann / an die Frau zu bringen?

  • Wie stehe ich zu meiner eigenen Sensibilität / Sensitivität? Nehme ich sie vollumfänglich an oder stehen wir noch (ein Stück) auf Kriegsfuß?
  • Falls ich alleinstehend bin und mir einen Partner wünsche: Welche Aufgaben warten ggf. noch darauf, von mir erledigt zu werden, bevor der Partner in mein Leben treten kann? Habe ich "meinen Kram" so weit geklärt, dass ich für eine tiefgründige Beziehung bereit bin? Muss ich noch etwas lernen?
  • Habe ich Angst vor Einsamkeit? Versuche ich, sie zu vermeiden? Kenne ich die wahre Natur der Ein-sam-keit? Oder stelle ich mir die Ein-sam-keit immer noch als die Verlassenheit vor, die ich als Kind erlebt habe?
  • Falls ich einen festen Partner habe: Wie erlebe ich unsere Beziehung? Ist sie tiefgründig? Entwickelt sie sich immer weiter? Tun wir beide etwas dafür? Auf welchen Ebenen läuft die Beziehung gut und ist tragfähig? Haben wir überhaupt ein gutes Fundament? Auf welchen Ebenen besteht Handlungs- oder Entwicklungsbedarf? Bin ich mir sicher, dass ich die Ebene richtig zuordne? Nicht immer besteht Entwicklungs- und Handlungsbedarf auf der Ebene, auf der sich Symptome und Konflikte zeigen. Beispiel: Wenn sich ein Paar ständig wegen der Kinder streitet, heißt es nicht, dass der Entwicklungs- und Handlungsbedarf zwangsläufig auf der Ebene der Elternschaft liegt. Häufig findet eine Verschiebung von Ebenen statt, so dass die Ursachen ganz woanders liegen.

 

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